Schloss und Orangerie Oranienbaum          


Schloss, Park und Stadt Oranienbaum liegen etwa 10 Kilometer östlich von Dessau in Sachsen Anhalt.

Der ursprünglich im Jahr 1179 erstmals erwähnte slawische Ort Nischwitz, wurde von der oranischen Prinzessin, Fürstin  Henriette Catarina von Anhalt-Dessau als Standort für den Bau ihres Schlosses und Barocken Gartens ausgewählt. Sie war es auch die dem Ort im Jahr 1673 den Namen Oranienbaum gab.

Als Tochter des Statthalters der Niederlande Frederik Hendrik Prinz von Oranien und Graf von Nassau brachte Sie niederländischen Einfluß in die deutschen Fürstentümern. Ähnliches geschah auch mit ihrer Schwester und aus dem Brandenburgischen Bötzow wurde Oranienburg.

Der auf dem Marktplatz stehende , schmiedeeisernen Orangenbaum ist das Wahrzeichen der Stadt Oranienbaum und wurde erstmalig 1719 auf einem Plan abgebildet.

Dieser Plan der Stadt von 1719 illustriert die Gestaltung und die Ausmaße der Parkanlage, die fast unverändert bis heute bestehen.

Unverzichtbar bei barocken Gärten waren seinerzeit eine stattliche Sammlung von Zitrusgehölzen und anderer, mediteraner Bäume. Die Blütezeit der Orangerie begann im Jahr 1714 mit dem Erwerb von 60 Bäumen für 2000 Taler (erworben in Hamburg !!!).

In der Orangerie befanden sich im Jahr 1753 insgesamt 517 Pflanzen, davon 416 Orangen ud Zitronen, sowie Lorbeeren, Myrten, Zypressen und Oleander.1754 ließ Leopold I. im südlichen Bereich des Gartens eine neue Orangerie errichten die wiederum 1818 von der bis heute bestehenden Orangerie ersetzt wurde. Im Jahr 1822 wurden 2425 Früchte geerntet und 100 Jahre später im Jahr 1923 hatte die Oranienbaumer Orangerei noch einen Bestnd von 100 Bäumen. Im Winter 1961 erfror der gesamte verblieben Bestand.

Seit 1992 betreibt die Kulturstiftung Dessau Wörlitz den Nauaufbau der Sammlung bis zu einem heutigen Bestand von 280 Pflanzen. Auch existiert noch ein historischer Pflanzturm, mit dem die Kübelpflanzen verpflanzt wurden. Die Orangerei beeindruckt mit einer Länge von 174 Metern geteilt durch einen Wohntrakt, der für die Gärtner vorgesehen war. Die Südseite ist mit ca. 16.000 kleinen Scheiben verglast.

Der Bestand an Zitruspflanzen wurde überwiegend aus italienischer Herkunft wieder aufgebaut. Meiner Vermutung nach ist die Fa. Tintori fast ausschließlicher Lieferant der vorwiegend aus Pomeranzen, Navelorangen (Washington Navel) und Volkamer Lemon (fast jede Pflanze hat einen kleine "Pflanzenpaß") bestehenden Sammlung. Ein Großteil der Zitrus befindet sich in unmittelbarer Nähe der Orangerie, sowie an den zentralen Achsen des Schlosses auf der Ost- bzw. Westseite. Ein kleiner Citrusgarten weist eine Vielzahl verschiedenster Sorten auf (ca. 40 verschiedene Zitronen, Orangen, Zitronatzitronen, Grapefruits Pomelos etc.). Dieser Bereich dürfte für den Zitrusfreund am interessantesten sein.

Der Garten ist an der nord-westlichen Seite der Orangerie in der Nähe des Orangeriekaffee´s. An jeder Pflanze ist eine botansiche Bezeichnugn in Form einen kleinen Schildes angebracht. Diese scheinen nach meinen Kenntnissen weitestgehend korrekt zu sein bis auf die Ausnahmen, bei denen das Edelreis abgestorben ist und die trifoliate Unterlage austrieb.

Weitere Eindrücke sind in einer Bildersammlung Impressionen zu sehen. Einige Zitrusraritäten zeige ich auf einer separaten Webseite Raritäten.

Ansonsten beeindrucken insbesondere die recht großen Phönixpalmen aus dem Schloßpark und Natürlich der Park und Schloß mit schöner Architektur und Großzügigkeit.

 

Viele Informationen deses Textes stammen aus einer kleinen Broschüre des Deutschen Kunstverlages, München - DKV-Kunstführer Nr. 555/0. Zu beziehen ist diese Heft im Schloß oder vom Verlag direkt Preis 2 .