Winterhärte - Sommerwärme


Viele der exotischen Pflanzen haben eine natürlich erworbene Winterhärte als Anpassung an ihren Ursprung.

Insbesondere Pflanzen aus zentralchinesischer Herkunft (z. B. Citrus Ichangensis oder Trachycarpus fortunei) sind in ihrer Heimat zum Teil längeren, strengen Frösten ausgesetzt. In der Regel steigt die Winterhärte mit dem Alter der Pflanzen, sodaß Freilandversuche in unseren Breiten nach Möglichkeit erst mit mind. 3 jährigen Pflanzen erfolgen sollte.

Bei der Auswahl der Pflanzen kann die vom US Agrar-Ministerium entwickelte Zonentabelle hilfreich sein. Sie berücksichtigt verschiedene Parameter (Durchschnittswerte einer Region nach Minimumtemperatur, erster Frost, letzter Forst, Dauer der frostfreien Vegetationsperiode).

Zu Bedenken gilt jedoch, daß die Tabelle für ein relativ kanstant ablaufendes Kontinentalklima von Nordamerika entwickelt wurde.  Da Deutschland überwiegend in einer klimatischen Übergangszone liegt, kann man sich leider nicht mit der selben Konstanz auf einen bestimmten Witterungsverlauf verlassen. Nichts desto trotz ist diese Zonenabgrenzung ein Anhaltspunkt über das Winterhärterisiko eines Großraums.

                                

USDA Zonenkarte Deutschland      USDA Europa

USDA Österreich                          USDA China

USDA Schweiz                              USDA Spanien/Portugal

USDA Ukraine                             USDA Australien                         

 

Diese Zoneneinteilungen sollten nur ein Aspekt für die Einschätzung des regionalen Klimas sein. Sie beleuchtet ausschließlich die Kälterisiken und berücksichtigt nicht die Bedingungen während der Vegetationsperiode. Hier gibt es in den USA auch schon Bewertungsmodelle. Z. B. die Heat - Zone Map von der American Horticultural Society zeigt die Anzahl der Tage einer Region auf , mit einer Temperatur über 30 C°. Weiterführende Info´s hierzu auf der Webpage der AHS.

Da wir in Mitteleuropa diese Karte nur sehr bedingt übertragen können (welche Region hat schon konstant über Monate Temperaturen > 30 C°), bietet sich eine andere Bewertungsmethode für die Vegetationszeit an. Die sog. Wärmesummenmessung aus dem Kalifornischen Weinbau. Diese Methode wurde von der Universität in Davis entwickelt und grenzt Regionen nach ihrer Wäremsumme während der Vegetationsperiode zwischen April und Oktober ab.

Hierbei wird die durchschnittliche Tagestemperatur > 10 C° addiert. Die Gesamtsumme ergibt die Wärmesumme, wobei in Kalifornien als kühle Weinbauregionen die Bereiche gelten mit einer Wärmesumme < 2500 (Werte von denen selbst deutsche Weinbauregionen nur träumen können).

Arne Doll aus Niedersachsen auf auf Basis offizieller Klimadaten eine entsprechende Wärmesummenkarte erstellt.

Vielen Dank Arne, für deine Fleißarbeit

Speziell für die Hamburger und Schleswig-Holsteiner habe ich ebenfalls eine vergleichbare Karte bearbeitet.

 

Eine ähnliche Karte gibt es auch für Österreich, wobei die Jahreswärmesumme berücksichtigt und die Summenermittlung ab Temperaturen >5 C° herangezogen wird. Die grundsätzliche Aussage einer solchen Karte ist aber die gleiche. Die Regionen sind von Rot (hohe Wärmesumme) bis Blau (niedrige Wärmesumme) markiert.

Erheblichen Einfluß auf die Überlebenschancen hat das Kleinklima des Pflanzenstandorts. Süd-Westlich exponierte Lagen sind vorzuziehen, ebenso Standorte an schützenden Mauern. Hanglagen ermöglichen den Abfluß kalter Luft, die sich wiederum in Tallagen staut.

Generell zehrt die Kälte Pflanzen aus, jedoch kann ein Zuviel an Winterschutz ebenfalls das Absterben zur Folge haben (Fäulnis). Häufig reicht es aus, nur für die ganz kritischen Tage mit Temperaturen unter -15 C einen umfangreichen Schutz mit Noppenfolie oder Ähnlichem vorzunehmen.

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